Kleine Schäden im Mauerwerk vor dem Streichen ausbessern

Kleine Schäden im Mauerwerk vor dem Streichen ausbessern

Ein schönes und dauerhaftes Anstrichergebnis hängt nicht nur von der gewählten Farbe ab, sondern vor allem von der richtigen Vorbereitung. Wenn das Mauerwerk Risse, Abplatzungen oder poröse Fugen aufweist, kann selbst die beste Fassadenfarbe diese Mängel nicht verdecken – sie werden bald wieder sichtbar. Deshalb ist es wichtig, kleine Schäden im Mauerwerk zu reparieren, bevor Sie mit Pinsel und Rolle loslegen. Hier erfahren Sie, wie Sie dabei Schritt für Schritt vorgehen.
Gründliche Inspektion vor Beginn
Bevor Sie mit der eigentlichen Arbeit starten, sollten Sie das Mauerwerk sorgfältig prüfen. Achten Sie besonders auf:
- Risse – vor allem rund um Fenster, Türen und Gebäudeecken, wo sich Bewegungen im Baukörper häufig zuerst zeigen.
- Abgeplatzten Putz oder Farbe – ein Hinweis auf Feuchtigkeit oder mangelnde Haftung.
- Poröse oder bröckelnde Fugen – diese müssen erneuert werden, bevor gestrichen wird.
- Salzausblühungen – weiße Flecken auf der Oberfläche, die durch Feuchtigkeit entstehen, welche Salze aus dem Mauerwerk zieht.
Entfernen Sie lose Teile mit einer Drahtbürste oder einem Spachtel, um das Ausmaß der Schäden zu erkennen. Es ist besser, Probleme jetzt zu entdecken, als wenn die Farbe bereits aufgetragen ist.
Reinigung und Vorbereitung der Oberfläche
Ein sauberes, festes und trockenes Mauerwerk ist die Grundlage für jede erfolgreiche Reparatur. Bürsten Sie Staub, Schmutz und lose Farbreste gründlich ab. Bei Algen- oder Schimmelbefall verwenden Sie ein geeignetes Reinigungsmittel und lassen die Fläche vollständig trocknen.
Zeigt sich Feuchtigkeit, sollten Sie die Ursache unbedingt klären, bevor Sie fortfahren – etwa undichte Dachrinnen, defekte Fugen oder fehlende Lüftung. Wird auf eine feuchte Wand gestrichen, kann die Farbe später abblättern.
Risse und Löcher ausbessern
Kleine Risse und Löcher lassen sich mit einer geeigneten Reparaturmörtel- oder Fassadenspachtelmasse schließen. Beachten Sie die Herstellerangaben zu Mischverhältnis und Trocknungszeit.
- Lose Bestandteile entfernen – mit Spachtel oder Meißel.
- Stelle leicht anfeuchten, damit der Mörtel besser haftet.
- Mörtel auftragen und fest in den Riss drücken.
- Oberfläche glätten, sodass sie bündig mit der Umgebung abschließt.
- Trocknen lassen und bei Bedarf leicht nachschleifen.
Bei größeren Rissen (über 2 mm) kann ein Armierungsgewebe sinnvoll sein oder die Begutachtung durch eine Fachperson, da hier eventuell Bewegungen im Bauwerk vorliegen.
Fugen erneuern, wenn sie bröckeln
Bröckelnde Fugen müssen ausgekratzt und neu verfugt werden. Entfernen Sie die alte Mörtelschicht etwa 1–2 cm tief mit einem Fugenkratzer oder einer kleinen Meißel. Anschließend die Fuge ausbürsten, leicht anfeuchten und neue Fugenmasse mit einer Fugenkelle einbringen. Glätten Sie die Fuge so, dass sie sich harmonisch in das bestehende Fugenbild einfügt.
Nach dem Trocknen können Sie überschüssigen Mörtelstaub mit einer weichen Bürste entfernen.
Grundierung und Vorbereitung zum Streichen
Sind alle Reparaturen abgeschlossen und vollständig getrocknet, folgt die Grundierung. Eine geeignete Grundierung bindet Staub, gleicht die Saugfähigkeit aus und sorgt für eine gleichmäßige Haftung der Farbe. Wählen Sie eine Grundierung, die zur späteren Fassadenfarbe passt – zum Beispiel Silikatgrund für Silikatfarbe oder Acrylgrund für Dispersionsfarbe.
Tragen Sie die Grundierung mit Pinsel oder Rolle auf und lassen Sie sie nach Herstellerangabe trocknen. Erst danach ist die Wand bereit für den Anstrich.
Geduld zahlt sich aus
Es ist verlockend, direkt mit dem Streichen zu beginnen, doch sorgfältige Vorbereitung lohnt sich. Ein fachgerecht repariertes und grundiertes Mauerwerk sorgt für ein gleichmäßiges, langlebiges Ergebnis. Die Farbe haftet besser, und Risse oder Unebenheiten treten nicht so schnell wieder hervor.
Achten Sie bei der Wahl der Fassadenfarbe auf die Materialeigenschaften des Mauerwerks und die Witterungsbedingungen. Diffusionsoffene Farben, die Feuchtigkeit entweichen lassen, sind besonders empfehlenswert, um spätere Schäden zu vermeiden.
Kleine Arbeit, große Wirkung
Das Ausbessern kleiner Schäden im Mauerwerk erfordert nur wenig Zeit und Werkzeug, hat aber großen Einfluss auf das Erscheinungsbild und die Haltbarkeit des Anstrichs. Eine gepflegte Fassade schützt das Haus vor Witterungseinflüssen und sorgt für ein dauerhaft schönes Ergebnis. Wer sorgfältig vorbereitet, spart sich später viel Arbeit – und freut sich über eine Fassade, die lange wie neu aussieht.










